Der Titel

„Alles für Fulda“

Unter der militarischen Leitung von Major Charles Russe und dem Oberen der Zivilverwalter Captain Dikema, wurde Erich Schmidt als Oberbürgermeister von Fulda eingesetzt und somit Nachfolger von Franz Danzebrink, nachdem dieser am 25. Juni 1945 verhaftet wurde.

Schmidt wollte sein Amt zunächst nicht antreten, da er sich selbst als nicht geeignet für dieses Amt ansah. Dass dies so war und er sich als Übergangslösung verstand, machte insbesondere die Tatsache deutlich, dass sich Schmidt nicht mit „Herr Oberbürgermeister“ ansprechen ließ, sondern immer die Ansprache mit seinem Namen bevorzugte. Als ehemaliger Bankdirektor der Fuldaer Filiale der Dresdner Bank, verstand er es mit Geld umzugehen und den Wiederaufbau der Stadt auch in schwierigen Zeiten voranzutreiben. Seine erste Botschaft an die Bürger Fuldas vom 6. Juli 1945 im Fuldaer Nachrichtenblatt stand unter dem Motto „Alles für unser geliebtes Fulda sei die Parole“. Schmidt appellierte an die Verantwortung jedes einzelnen beim Wiederaufbau der Stadt mitzuhelfen. Sein übergeordnetes Ziel war es bald wieder  „in die große Familie der Völker zurückkehren zu können“.

Nicht zuletzt durch die Misere auf dem Wohnungsmarkt – zu ca. 35.000 Fuldaern kamen ca. 4.300 Flüchtlinge – sah sich Schmidt zu einem verzweifelten Spendenaufruf veranlasst. Am 3.10. 1945 warb er in der Fuldaer Volkszeitung unter dem Titel „Alles für Fulda“ für den Wiederaufbau der Stadt. In den ersten acht Tagen kamen so 86.000 Reichsmark zusammen. Auch wenn die viertel Millionen  gesammelten Reichsmark in der Zeit bis zum Ende des Jahres 1945 nur einen Tropfen auf dem heißen Stein für die vielen hilfsbedürftigen Menschen darstellten, war die Aktion „Alles für Fulda“ ein ganz besonderes Beispiel für den Wiederaufbau der Stadt. Den Bürgern konnte mit Hilfe der Spendenaktion die Not in einer schwierigen Zeit gelindert werden und durch die Parole „Alles für Fulda“ war es möglich: „ein Neuanfang in der Nachkriegszeit“